#NerdTalk: Eure Fragen und meine Antworten rund um meine Filmwelt

2020 ist schon ziemlich kurios. Bereits in den ersten Wochen des Jahres füllte sich mein Terminplaner. Es standen einige kulturelle Veranstaltungen auf dem Plan, auf die ich mich wie ein kleines Kind gefreut habe. Doch leider machte mir die Corona-Pandemie für die meisten Events Ende März einen Strich durch die Rechnung – und zwar einen gewaltigen. Dabei schmerzt nicht nur, dass die meisten Freizeitaktivitäten für mich flachgefallen sind und auch in den zukünftigen Wochen und Monaten nicht stattfinden dürfen. Mehr belastet es mich, wie stark die kulturellen Einrichtungen aufgrund der Covid-19-Zeit leidet. Seitdem befasse ich mich allerdings wieder mit einem Medium, welches bei mir seit Spätsommer 2017 ein wenig auf der Strecke geblieben ist: Film/Serie. Damit auf diesem Blog in den kommenden Monaten nicht komplette Funkstille herrscht, hatte ich neulich eine Idee. Da mich via Instagram häufig Nachrichten zu den Themengebieten rund um Blockbuster, Serien und Kino erreichen, habe ich kürzlich meine Community eingeladen, mir Löcher zu diesen Gebieten in den Bauch zu fragen, um diese samt meiner persönlichen Antworten in einem Beitrag festzuhalten. Dieses Angebot wurde von meinen Followern stärker angenommen, als ich es eigentlich erwartet hatte. Dazu gab es auch einige knifflige und sehr spezifische Fragen, bei denen ich wirklich länger über die Antwort nachdenken musste, was mir sehr gefallen hat. Ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen. Lest jetzt die Antworten zu den besten Fragen!

Welches Genre bevorzugst du?

Schwer zu sagen. Ich lege mich da ungern fest. Aber ich denke, dass mich Dramen und alte Science-Fiction-Klassiker immer mehr in den Bann ziehen als irgendwelche Liebesschnulzen oder auch Komödien. Mit Filmen oder Serien, die auf einer wahren Begebenheit beruhen, kriegt man mich eigentlich immer.

Hast du einen Lieblingsfilm?

Meistens antworte ich auf diese Frage mit „Mad Max: Fury Road“, da es einer der wenigen Filme ist, der mich in den vergangenen Jahren von seiner Machart her beeindruckt hat. Und das, obwohl ich die Story jetzt nicht zu 100 Prozent stimmig fand. Aber wenn ich dann nochmal länger darüber nachdenke, dann ist es eigentlich „Die unendliche Geschichte“, da ich diesen Film seit meiner Kindheit liebe und auch heute noch mit der gleichen Aufregung und Spannung gucken kann, wie ich es als Vier- oder Fünfjährige getan habe.

Ist Lars Eidinger wirklich dein Lieblingsschauspieler?

Lars Eidinger ist ein Künstler, der als Schauspieler geliebt oder gehasst wird. Etwas dazwischen geht meiner Meinung nach nicht. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass Herr Eidinger für mich derzeit meine unangefochtene Nummer eins unter den Darstellern ist. Nicht, weil sein Name irgendwo Mainstream geworden ist. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit ihm warm zu werden. Doch spätestens als ich ihn live in „Richard III.“ gesehen habe, war es komplett um mich geschehen. Dieser Mann hat einfach die Gabe, die Zuschauer zu fesseln – egal ob auf der Bühne, im TV oder auf der großen Leinwand. Für mich ist er einfach ein Ausnahmetalent und ich bin mir mittlerweile sicher, dass er einfach alles spielen könnte. Allerdings bin ich auch vollkommen cool damit, wenn jemand sich mit seiner darstellenden Kunst nicht sonderlich identifizieren kann. Bei mir kommt halt nun mal auch noch mit dazu, dass ich ihn schon mehrfach habe live spielen sehen. Und mein Herz schlägt automatisch ein bisschen mehr für Theaterschauspieler.

Welcher Film hat bei dir zuletzt einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen?

Ganz klar „Lords of Chaos“. Dieser Streifen wurde mir schon länger von meinen engsten Freunden empfohlen, die meinen persönlichen Geschmack auch sehr gut kennen. Da ich mich aber eigentlich nicht sonderlich für Black Metall interessiere, habe ich die Priorität, dieses Drama zu schauen, nicht sonderlich hoch eingestuft. Als ich ihn dann doch spontan geguckt habe, folgten nach dem Abspann die ersten Recherchen zu der Thematik. Noch nicht mal 24 Stunden später habe ich mir den Film ein zweites Mal reingezogen und parallel dazu das Internet durchforstet. Mittlerweile stecke ich sogar so tief in der Materie, dass ich mich sogar mit der Bandgeschichte von Mayhem, um die sich die Produktion hauptsächlich dreht, befasse, da mich die Ereignisse, die auf einer wahren Begebenheit beruhen, ziemlich fesseln.

Welche Filme sind deiner Meinung nach eine gute Adaption eines Bühnenstücks bzw. umgekehrt?

Leider habe ich bisher überwiegend den Eindruck gewonnen, dass viele Theaterregisseure dazu neigen, einen Film 1:1 auf der Bühne nachzuerzählen. Dem kann ich persönlich leider nicht viel abgewinnen. Jedoch fand ich die Bühnenproduktion zu „Zeit der Kannibalen“ von Dominic Friedel am Theater Magdeburg recht gut gelungen. Um mal keinen Film, aber eine Miniserie zu nennen, die mich als Theaterstück begeistert hat: „Familie Braun“ in der Inszenierung von Sebastian Wirnitzer in Zusammenarbeit mit dem originalen Drehbuchautor Manuel Meimberg am Nordharzer Städtebundtheater. Umgekehrt bin ich ein ganz großer Fan von „A Clockwork Orange“ und „Der Zauberer von Oz“. Da finde ich nicht nur die Filme absolut gelungen, sondern da haben mich bisher auch alle Bühnenproduktionen abgeholt, die ich bisher gesehen habe.

Warum gehst du nicht mehr so oft ins Kino?

Das hat einen sehr seltsamen, aber für mich einfachen Grund. Ich habe jahrelang fast jede Neuerscheinung im Kino geguckt. Um mich jedem einzelnen Kinoerlebnis völlig hinzugeben, habe ich es immer bevorzugt, so weit vorne wie möglich zu sitzen. Dabei war ich beispielsweise nie ein großer Fan der 3D-Technologie. Als ich im Frühjahr 2017 für drei Monate nach Bukarest (Rumänien) gegangen bin, habe ich erstmals ein 4DX-Kino besucht. In dem Saal haben sich nicht nur die Sessel passend zu dem Geschehen auf der Leinwand bewegt, sondern es wurden auch Explosionen und Stürme simuliert. Es gab sogar richtige Regentropfen. Ich habe Filme wie „Fast & Furious 8“ und „Guardians of the Galaxy: Volume 2“ in diesem 4DX-Kino geschaut. Zurück in Deutschland merkte ich recht schnell, dass mir dieser Effekt, so schön er auch war oder bestimmt noch immer ist, das Vergnügen an einem normalen Kinobesuch genommen hat. Ich lebe gerne intensiv und das Kino in Bukarest hat für mich eine völlig neue Dimension eröffnet, die in Deutschland leider nicht weit verbreitet ist. Da ich mich nach meinem Auslandsaufenthalt nicht mehr an das „normale“ Kino gewöhnen konnte, habe ich mich dazu entschieden, nur noch dann ins Lichtspielhaus zu gehen, wenn ich wirklich so richtig Bock auf einen Streifen habe. Mal ganz ehrlich: Vorher habe ich auch jeden Scheiß geguckt. Ach, es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich nicht mehr so häufig einen Kinosaal betrete: Es vergeht kaum ein Besuch im Kino, wo ich nicht meine Stimme erheben muss, weil die Leute sich um mich herum so laut unterhalten, als würden sie den Film daheim mit ihren Freunden gucken. Ich habe einfach die Beobachtung gemacht, dass kaum jemand noch Respekt vor den anderen Zuschauern im Raum hat. Und das ist für mich automatisch mit Stress verbunden, da ich dann auch meine Klappe nicht halten kann.

Gibt es einen Film, den du total bescheuert, aber irgendwie auch wieder lustig findest?

Den gibt es allerdings. Bei der SchleFaZ-Reihe habe ich mal „Supersonic Man“ gesehen. Der entspricht allen Kriterien, die in der Frage stehen. Einfach mal den Trailer auf YouTube anschauen. Liebe ich irgendwie. Hätte dieses Meisterwerk sogar gerne als DVD daheim.

Was macht für dich einen guten Film aus?

Das variiert. Allgemein bin ich eigentlich ein großer Freund davon, wenn es wirklich einen roten Faden gibt und wenn dieser auch wirklich genutzt wird. Dazu achte ich auch sehr auf Details und Nebenstränge. Wenn dann doch mal eine Story eröffnet wird, aber diese letztendlich doch offenbleibt und viele Fragen bei mir hinterlässt, dann kann mich das schon mal ziemlich auf die Palme bringen. Stil und Look spielen für mich persönlich auch eine wichtige Rolle. Der Soundtrack bzw. Score ist dann meistens auch schon die halbe Miete. Aber wie schon erwähnt: Manchmal muss ich die bereits genannten Dinge aus diversen Gründen etwas differenziert betrachten. Also ein perfektes Rezept gibt es in dem Sinne eigentlich nicht, denke ich.

Deine Meinung zu Neuverfilmungen?

Ganz ehrlich: Da bin ich leider absolut kein großer Fan von. In den meisten Fällen war ich im Nachhinein wirklich ziemlich enttäuscht.

Würdest du auch gerne mal einen eigenen Film drehen wollen?

Das habe ich bereits getan. Sogar mehrfach. Zusammen mit meinem Kumpel Chris habe ich bereits einige Komödien gedreht, die sogar in einem Kino in unserer Heimat gezeigt und auf YouTube veröffentlicht wurden. Aber da haben wir meistens zusammen an den Drehbüchern gearbeitet. Dennoch würde ich auch gerne eine meiner eigenen Ideen umsetzen wollen, aber dann eher als Kurzfilm. Vielleicht ist das eines Tages noch möglich.

Wenn du die Möglichkeit hättest, eine bekannte Figur zu verkörpern, unabhängig davon, ob diese der Realität oder der Fantasie entspricht, welche wäre es?

Seit Jahren gebe ich darauf die gleiche Antwort. Das wäre ganz klar Malefiz aus „Dornröschen“. Aber die aus dem Walt-Disney-Zeichentrickfilm von 1959. Ich liebe einfach ihre Boshaftigkeit, ihre Arroganz und ihre anmutigen Bewegungen. Dieser Charakter MUSS einfach in meinen Augen das pure Böse verkörpern und in Filmen fahre ich auf solche künstlerischen Darstellungen total ab. Deswegen würde ich absolut gerne einen Antagonisten spielen wollen – oder auf die Frage bezogen halt genau diese Figur.

Warum bist du kein großer Fan von Serien?

So krass würde ich es jetzt nicht ausdrücken wollen. Ich mag Serien durchaus. Nur leider habe ich meistens weder die Zeit noch die Geduld so viele Staffeln (am Stück) zu schauen.

Originalton oder Synchronisation?

Definitiv Originalton.

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