Ein altes Märchen wird modern – „Der Zauberer von Oz“ feiert Premiere

In der Kindheit gibt es doch fast nichts Schöneres als Märchen. Egal, ob man diese vorgelesen bekommt, im Fernsehen sieht oder ob man sich spielerisch selbst eine Fantasiewelt erbaut. Es entstehen in den Köpfen neue Orte, Wesen, die es in Wirklichkeit nicht gibt und das Beste daran ist, dass man selbst entscheiden kann, wie die Geschichte ausgeht. Eine recht bekannte Buchverfilmung namens „Der Zauberer von Oz“ gehört zu diesen Fantasiegebilden. Doch es ist noch viel effektiver, wenn man sich zusammen mit Dorothy und ihren Gefährten auf dem Weg zur Smaragdenstadt machen kann. Das Opernhaus in Magdeburg macht dieses jetzt möglich. Seit dem 11. Februar ist dort „Der Zauberer von Oz“ als Musical zu sehen.

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Inga Krischke (Dorothy Gale), Jan Rekeszus (Der Löwe), Christian Miebach (Die Vogelscheuche), Alexander Soehnle (Der Blechmann) ©Nilz Böhme

Die Verfilmung aus dem Jahre 1939 mit Judy Garland in der Hauptrolle scheint vielen bekannt zu sein. Deswegen hat man auch eine gewisse Vorstellung von einer Inszenierung am Theater. Man weiß ganz genau, wie die Figuren und Schauplätze auszusehen haben. Doch das Erwartungsbild wollte Regisseur Thomas Schmidt-Ehrenberg nicht komplett unterstützen. Er versetzt das Märchen etwas mehr in die Moderne, ohne dabei von der Grundidee abzuschweifen. Das beginnt schon bei den Rollen. Während Dorothy in den meisten Inszenierungen ein braunhaariges Mädchen in einem blau-weißen Kleid mit roten Absatzschuhen ist, trägt Schmidt-Ehrenbergs Dorothy (Inga Krischke) eine freche blonden Kurzhaarfrisur mit geradem Pony, ein rosanes Blümchenkleid mit einer Jeansjacke, einer schwarzen Leggins und roten Chucks. Ihr Hund Toto ist kein Hund, sondern ein Handschuh. Oder besser gesagt: Er ist ihr imaginärer Freund. Glinda (Ks. Undine Dreißig), die gute Hexe des Nordens, hat auf dem Kopf nicht nur eine ziemlich außergewöhnliche Frisur, sondern trägt auch moderne Kopfhörer. Das Kostüm vom Löwen (Jan Rekeszus) ist ein schicker Trainingsanzug und die böse Hexe des Westens (Peter Wittig) kommt nicht mit einem Besen, sondern mit einem Segway daher. Das sind nur einige von vielen Dingen, die diese Inszenierung anders machen. Die Geschichte bleibt dabei die gleiche.

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Inga Krischke (Dorothy Gale) ©Nilz Böhme

Auch die Bühnenbilder sind ziemlich effektiv. Kansas ist trist und grau. Aber sobald Dorothy sich in Oz befindet, wachen die Farben auf. Es ist fast ein Feuerwerk für die Augen. So viele bunte Farben, die nicht nur die Kinderaugen zum Strahlen bringen. Aber nicht nur das Farbspektakel der verschiedenen Bühnen fesselt einen in den Sessel. Nicht zu vergessen: die deutsche Interpretation bekannter Hits wie z.B. „Somewhere over the Rainbow“. Die Stimmen der Darsteller harmonieren perfekt zusammen. Hier stimmt überall die Chemie. Auch die Idee den Kinderchor, das Ballett und den Opernchor mit einzubeziehen, funktioniert hier einwandfrei. Das Ensemble ist viel größer, als man es erwartet. Dazu kommt noch eine ordentliche Portion Witz, ohne dabei alles zu sehr ins Lächerliche zu ziehen. Dabei wird das eigentliche Ziel auch nicht aus den Augen verloren: das Erwachsenwerden von Dorothy. In Oz durchläuft sie viele Stationen, die zu ihrer Entwicklung beitragen.

„Der Zauberer von Oz“ im Magdeburger Opernhaus ist eine absolute Empfehlung für die ganze Familie. Es ist wohl zurzeit das beste Stück, was drei Stunden zum Abschalten einlädt und dafür sorgt, dass man auch nach der Vorstellung noch ein Lächeln auf den Lippen hat und einige Lieder noch mitsummt.

Die Premiere am 11. Februar zeigte bereits, dass dieses Musical ein voller Erfolg in Magdeburg werden kann. Am Ende der Vorführung gab es Standing Ovation und einen ohrenbetäubenden Applaus. Das sagt doch bereits alles, oder?

Wer selbst den mächtigen Zauberer von Oz kennenlernen möchte, der kann sich hier noch Tickets sichern: https://www.theater-magdeburg.de/spielplan-tickets/musiktheater/der-zauberer-von-oz/

Und vergesst niemals: Ihr seid nicht allein.

 

E M P F E H L U N G

Das Interview zum Musical mit den Darstellern Inga Krischke (Dorothy) und Jan Rekeszus (der Löwe): https://annalenakramer.wordpress.com/2017/02/08/es-wird-ein-grosses-spektakel-im-gespraech-mit-inga-krischke-und-jan-rekeszus/

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Das große Wiedersehen auf der Premierenparty mit Jan Rekeszus.

 

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