Wenn der Mythos Gestalt annimmt – „Der fliegende Holländer“ feiert Premiere

Was wäre das Leben nur ohne Geschichten? Ziemlich langweilig. Deswegen erzählt man sich seit Anbeginn der Zeitrichtung welche. Manche Geschichten entwickeln sich zu Sagen. An diese hält die Menschheit besonders fest, weil diese einen Funken Wahrheit mehr in sich tragen. Auch auf hoher See fand eine Sage besonders Anklang. Es soll einst einen Mann gegeben haben, der das Kap der Guten Hoffnung umfahren wollte. Er versuchte den Kräften der Natur und auch Gott zu trotzen. Dies gelang ihm nicht. Deswegen wurde er auf ewig verdammt mit seinem Geisterschiff die Weltmeere zu besegeln. Jeder, der das Schiff erblickte, dem sollte Unglück drohen. Diese Sage gab es in verschiedenen Ausführungen. Auch Richard Wagner war so fasziniert von dieser Geschichte, dass er sie sich dieser annahm, seine eigene Interpretation niederschrieb und zu einer Oper konzipierte. Das war die Geburt des „Fliegenden Holländers“. Wagner überarbeitete bis zu seinem Tode immer wieder seine Fassung, weil er nie ganz zufrieden damit war. Dort konnte er nicht ahnen, dass die Oper weit über seinen Tod hinaus noch sehr erfolgreich laufen würde – national sowie international.

© www.AndreasLander.de
Liine Carlsson (Senta), Vladimir Baykov (Holländer) als Projektion; ©Andreas Lander

Für Magdeburg haben die Arbeiten Wagners eine besondere Bedeutung, da er am Theater als Kapellmeister tätig war. Im zweijährigen Zyklus werden deshalb die Werke des Komponisten aufgeführt. Für die Spielzeit 2016/2017 steht die romantische Oper „Der fliegende Holländer“ auf dem Plan. Diese feierte unter der Regie der renommierten Regisseurin und Wagner-Spezialistin Vera Nemirova am 21. Januar 2017 Premiere im Opernhaus. Jung und Alt erschienen zahlreich. Schon zu Beginn riss die Magdeburgerische Philharmonie unter der Leitung von GMD Kimbo Ishii das Publikum mit der Ouvertüre auf See. Als dann endlich der Vorhang nach oben ging, empfingen Seemänner das Publikum. Das Bühnenbild erinnerte an das Innere eines Schiffes. Dort konnte man schon hören, dass gewaltige Stimmen die Oper begleiteten. Kein Wunder, bei der Besetzung. Mit Johannes Stermann (Darland), Jonathan Winell (Steuermann), Timothy Richards (Erik) und vor allem Vladimir Baykov (Holländer) konnten nicht nur starke Opernsänger engagiert werden. Auch Liine Carlsson überzeugte als Senta auf ganzer Linie. Gesanglich sowohl auch schauspielerisch wurde das Publikum durchgehend mitgerissen. Besonders war nicht nur das Spiel auf der Bühne, sondern auch dahinter. Über eine Leinwand wurde quasi eine weitere Ebene geschaffen die Geschichte zu erzählen. Dies verlieh der Oper noch ein mächtigeres und überdimensionales Auftreten. Aber nicht nur die Hauptprotagonisten spielten sich in die Herzen der Zuschauer. Besonders die Chöre der Frauen und Herren fanden bei dem Publikum besonderen Anklang. Denn das Schauspiel spielte sich nicht nur auf der Bühne ab.

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im Hintergrund: Vladimir Baykov (Der Holländer), Jonathan Winell (Der Steuermann), Johannes Stermann (Daland), im Vordergrund: Herren der Chöre ©Andreas Lander

Wer selbst die Bekanntschaft des Holländers machen möchte, der kann sich noch Karten für die folgenden Vorstellungen besorgen: 29.01., 19.02., 25.02., 19.03., 07.04., 22.04., 11.05.

Weitere Informationen erhaltet ihr unter: https://www.theater-magdeburg.de/spielplan-tickets/musiktheater/der-fliegende-hollaender/

 

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