2018: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Und wieder geht ein  Jahr vorbei. Ein Jahr, was mir besonders in Erinnerung bleiben wird. Ein Jahr, in dem es eine emotionale Berg- und Talfahrt gab. Ich durfte live dabei sein, als der 1. FC Magdeburg erstmalig in die 2. Bundesliga aufstieg. Außerdem ist 2018 die Liebe zum Theater nochmal um ein 823478129faches gewachsen. Ich habe meinen Bachelorabschluss erhalten. Im Anschluss habe ich gleich einen Job als Redakteurin ergattern können. Ich wurde geküsst, so wie man es sonst nur aus hochkarätig besetzten Hollywood-Schnulzen kennt. Aber neben all den schönen Dingen ereigneten sich auch Sachen, die mit Trauer und Schmerz verbunden sind. So musste ich zum Beispiel dieses Jahr von dem ein oder anderen Wegbegleiter Abschied nehmen – von manchen sogar für immer. Dann gab es auch Zeiten, wo ich mich als Fußabtreter einer höheren Gesellschaft gefühlt habe. Doch glücklicherweise habe ich mich nie gänzlich von den weniger schönen Ereignissen in den Boden stampfen lassen. In den folgenden Zeilen mache ich mich ein wenig nackig und gebe ein wenig aus meinem tiefsten Inneren preis, was man sonst von mir nicht sieht. 

Als ich am 01. Januar 2018 um 0 Uhr auf der Tanzfläche im Pearl in Berlin stand, war mir klar, dass in diesem Jahr extrem wichtige Lebensereignisse auf mich zukommen würden. Während ich ausgelassen ins neue Jahr tanzte, wohnte in mir eine Art Anspannung. Eine Anspannung, die mich über Monate begleiten sollte. Ich hatte nur noch so gut wie ein Semester vor mir. Meine Gedankenwelt drehte sich bereits um die bevorstehende Bachelorarbeit. Doch bevor ich mich dieser widmen konnte, wollte ich in meinen Lehrredaktionen nochmal Vollgas geben und meine Videoprojekte mit Erfolg umsetzen. So kam es in der ersten Jahreshälfte dazu, dass ich zwei Schauspielerportraits realisieren konnte, auf die ich mehr als nur stolz bin. Die Reaktionen darauf waren durchweg positiv, weil es mir wichtig war, die Portraitierten so authentisch wie möglich erscheinen zu lassen. Die größte Anerkennung, die ich in diesem Rahmen bekommen konnte, war, als eine meiner Freundinnen Tränen in den Augen hatte, weil sie in vier Minuten zu der gezeigten Person und den gesagten Worten eine Verbindung aufbauen konnte. So viel Lob, was ich in dieser Zeit erntete, war für mich Neuland. Es fühlte sich aber unheimlich gut an.

Das Theater Magdeburg wuchs mir natürlich auch mehr und mehr ans Herz. In jeder freien Minute versuchte ich, meine Zeit dort zu verbringen. So kam es dazu, dass ich auch dort immer mehr Leute kennenlernte, mit denen ich mich recht gut verstand. Jedes Mal, wenn ich das Schauspielhaus betrat, fühlte es sich so an, als würde ich nach Hause kommen. Dass mir ausgerechnet an diesem Ort das Herz angeknackst wird, habe ich zwar schon geahnt. Aber dass es so schnell und mit einem hohen Ausmaß passieren würde, damit habe ich nicht gerechnet.

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Zusammen mit Patrick Jannack durfte ich dieses Jahr die Trailer für das DomplatzOpenAir „Jesus Christ Superstar“ produzieren. Unter anderem durften wir mit der wundervollen Julia Gamez Martin (Mitte) zusammenarbeiten.

Auch der 1. FC Magdeburg spielte in diesem Jahr eine extrem große Rolle in meinem Leben. Ich konnte es nicht fassen, dass die Blau-Weißen sich auf den oberen Plätzen der Tabelle halten konnten. So konnte ich es auch nicht glauben, dass es auf einmal um den frühzeitigen und direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga gehen würde. Doch ich sollte mich irren. Der 21. April 2018 wird nicht nur in die Geschichte des Fußballclubs eingehen, sondern auch in meine Lebensgeschichte. Ich war den ganzen Vormittag über angespannt und konnte das stetige Zittern nicht unterdrücken. Selbst nachdem mein Verein klar führte, wollte ich es noch immer nicht begreifen, dass ich live bei einem historischen Ereignis dabei bin. Kurz vor dem erlösenden Abpfiff zückte ich mein Smartphone und wollte diesen Augenblick für mich festhalten. Als dann jener Moment eintraf, ließ ich meinen Freudentränen einfach freien Lauf. Ich fiel meinen Begleitern in die Arme, die meinen Gefühlsausbruch anscheinend doch nicht ganz nachvollziehen konnten. Das war mir aber egal. Als ich mich halbwegs gefangen habe, ging ich ebenfalls auf den Rasen, so wie es bereits Tausende vor mir taten und feierte mit der Mannschaft und fremden Leuten. Nach dem Spiel zog ich gleich weiter zum Hasselbachplatz, wo die Fete weiter ging. Viele Stunden über war die Stimmung einfach bombastisch. Es wurden zig FCM-Lieder angestimmt, die auch die Spieler ausgelassen mitgrölten. Doch als ich auf einmal brennende Möbelstücke auf der Straße entdeckte, wusste ich bereits, dass die Stimmung kippen würde. Zuerst versuchte ich mit anderen FCM-Fans und einem Spieler des Vereins eine eskalierende Situation zur Ruhe zu bringen. Irgendwann hörte ich lautes Scheppern und wurde in einen Tornado aus rennenden Menschen gezogen. Als ich mich umdrehte, bemerkte ich, dass die Polizei angerückt ist. Das war der Moment, wo ich mich dazu entschied, den Heimweg anzutreten. Wenig später bekam ich das Update, dass Wasserwerfer die Aufstiegsfeier beendeten. Da war mir sofort klar, dass Negativschlagzeilen diesen eigentlich wunderschönen und unvergesslichen Tag überschatten würden. Ich sollte Recht behalten.

Mit dem Aufstieg des 1. FC Magdeburg in die 2. Bundesliga erschien dann auch noch die Möglichkeit, den Meistertitel zu erlangen. Auf der einen Seite freute ich mich total für den Verein. Andererseits stand ich das erste Mal zwischen zwei Stühlen. An dem Tag, an dem das letzte Spiel der Saison anstand, war auch gleichzeitig eine Premiere vom Theater Magdeburg. Nur fand diese nicht wie gewohnt im Schauspielhaus statt, sondern als Gastspiel in Recklinghausen. Für diese Premiere reservierte ich mir rechtzeitig eine Karte, weil ich unbedingt dabei sein wollte. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht  geahnt, dass der Club eine mehr als erfolgreiche Saison abliefern wird. Mit schweren Herzen entschied ich mich dazu, in Magdeburg zu bleiben und auf die Rückkehr der Mannschaft zu warten. Diese sicherten sich auch den Meistertitel. Während ich an jenem Abend vorm HKS stand und die Elbstädter empfing, war ich zwar körperlich anwesend, doch mein Kopf war in Recklinghausen. Immer wieder schaute ich zur Uhr und stellte mir vor, wie das Ensemble gerade das Publikum begeisterte. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die Premiere wohl nicht ganz so optimal verlaufen sein soll. Diese Tatsache stimmte mich traurig.  Immer wieder stellte ich mir ab diesem Moment die Frage, ob ich richtig gehandelt habe oder nicht. Eine korrekte Antwort habe ich mir bis heute nicht geben können.

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Der 1. FC Magdeburg hat am 21. April 2018 den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft. Ein Augenblick, der sich in mein Leben eingebrannt hat.

Kurz vor Beginn meiner Abschlussarbeit sollte es in meinem Leben nochmal so richtig turbulent werden. Nachdem ich vor allem in der ersten Jahreshälfte enorme Erfolge in jeder Hinsicht verbuchen durfte, setzte mich eine Nachricht ein wenig außer Gefecht. Es ging zwar nicht um mich, aber um etwas, was mir viel bedeutet. Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass es sich um etwas handelt, was sich erst im kommenden Jahr ereignen wird. An einem späteren Zeitpunkt in diesem Beitrag werde ich sicher mehr dazu schreiben können. Jedenfalls überschattete diese Nachricht meine nahe Zukunft. Meine Konzentration und Motivation war drei Wochen auf dem Tiefpunkt. Irgendwann musste ich aber meinen Fokus auf die Bachelorarbeit und gleichzeitig auch auf den Bewerbungsprozess legen. Denn wenn eine Sache meine größte Angst in jenem Moment war, dann nach dem Studium ohne Arbeit dazustehen. Aber wo sollte meine berufliche Zukunft liegen? In den Bereichen war ich völlig frei. Nur wollte ich gerne in Magdeburg bleiben. In den letzten drei Jahren habe ich mir hier so viel aufgebaut, was ich nicht gleich wieder verlieren wollte. Doch mir wurde schnell klar, dass es fast unmöglich war, in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt einen Job in der Medienbranche zu bekommen. Ich fing also langsam damit an, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich der Stadt bald Auf Wiedersehen sagen müsste. Und irgendwie schaffte ich es auch, meine Bachelorarbeit an den heißesten Tagen des Jahres zu vollenden und pünktlich abzugeben.

Der Bewerbungsprozess lief anfangs nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Es kam kein Angebot in Magdeburg rein und während ich mir manche Anforderungen für potentielle Jobs durchlas, fing ich auf einmal an, an mir zu zweifeln. Obwohl ich wusste, was ich kann, fand ich meine Kompetenzen nicht mehr ausreichend genug. Und auf einmal erschienen dann doch zwei Stellenausschreibungen in Magdeburg, die mir zusagten. Apropos Zusagen: Beide Unternehmen luden mich zu einem Vorstellungsgespräch ein. Nachdem das erste Gespräch super verlief und ich eigentlich ein sehr gutes Gefühl hatte, bekam ich leider lange Zeit keine konkrete Zu- oder Absage. Als ich eine Einladung zum Kennenlernen bei der anderen Stelle erhielt, schöpfte ich neuen Mut. Doch dieser wurde prompt von einem Panzer überrollt, als man mir auf einer völlig uncharmanten Art klarmachte, dass ich ohne Führerschein keinen Job dort erhalten und es auch woanders schwer haben würde. Wieder machte ich mir Gedanken, ob ich mir meine Prioritäten im Leben falsch gesetzt habe und ob jetzt meine berufliche Zukunft an diesem Punkt scheitern würde. Eine unterstützende Wirkung bot mir dazu noch der Besuch bei der Agentur für Arbeit, die mir ebenfalls meine Chancen versuchte zu verbauen. Ich fühlte mich erniedrigt, gedemütigt und in eine Schublade gesteckt, in die ich absolut nicht reingehörte. Es fühlte sich wie ein Deja vu an, da ich bereits vor einigen Jahren erfahren durfte, wie man von den Ämtern behandelt wird, wenn eine Arbeit einen nicht erfüllt und man auf der Suche nach etwas Neuem ist. Schlimmer als ein Schwerverbrecher. In den folgenden Wochen startete ich mit dem Gefühl in den Tag, eine schwere Fußfessel an meinem rechten Knöchel zu tragen. Doch auf einmal flatterte einen Tag vor meinem Geburtstag die Nachricht in mein Postfach, dass meine erste Wahl mir eine Zusage gab. Für mich fühlte sich das alles so unwirklich an. Deswegen konnte ich mich ehrlich gesagt auch nicht richtig freuen, da ich damit gerechnet habe, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Doch dieses Mal täuschte mich mein Gefühl. So konnte ich mich auch auf mein anstehendes Kolloquium bestens vorbereiten, welches nur sechs Tage später anstand. Nachdem ich auch die letzte Stufe erfolgreich absolvierte, lösten sich gefühlte 80 Kilogramm von meinen Schultern. Alle meine Freunde konnten mir ansehen, wie erleichtert ich mit einem Mal war. Trotzdem war es ein seltsames Gefühl zu wissen, dass ich nun endgültig ins Arbeitsleben starten würde.

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Endlich Bachelor(ette) of Arts. Nach meiner Verteidigung wurde dieses Ereignis mit dem günstigsten Weißwein begossen.

Seit dem letzten Vierteljahr stehe ich komplett auf eigenen Beinen und habe in der Redaktion eine für mich extrem hohe Verantwortung. Ich trete meinem Aufgabengebiet mit enormen Respekt gegenüber. Manchmal frage ich mich wirklich, wie ich es noch schaffe, Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu kriegen – oder gar diesen Blog aufrecht zu erhalten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich diese vielen Aktivitäten und den überwiegend positiven Stress brauche. Es freut mich ungemein, wenn ich fremden Menschen mit meinen Beiträgen ein Stück weit weiterhelfen kann, wenn man jetzt nur mal diesen Blog hier betrachtet. Denn dieses Jahr durfte ich ebenfalls auch einige Leser meines Blogs persönlich kennenlernen. Es ist echt ein unbeschreiblich schönes Gefühl, wenn man den Menschen hinter den Klickzahlen ein Gesicht zuschreiben kann. Für mich ist es eines der schönsten Komplimente, wenn jemand mir persönlich Feedback zu meiner Arbeit gibt. Denn ich gehöre ja selber zu den Leuten, die anderen gerne ihre Begeisterung von Angesicht zu Angesicht mitteilt. Für diesen Mut bin ich diesen Menschen extrem dankbar.

Wie ich schon anfangs sagte: 2018 war für mich eine Berg- und Talfahrt. Und vor allem ging das Jahr wieder viel zu schnell rum. Da ich nicht weiß, wie viel Zeit mir noch bleibt und was ich noch alles erleben darf, versuche ich jeden Augenblick zu genießen. Nein, ich bin nicht todkrank oder möchte mich mit diesem Beitrag verabschieden. Doch ich bin wahrhaftig eine Genießerin meines eigenen Lebens und schätze es, dass ich so viele tolle Ereignisse in meine Chroniken schreiben darf. Jede Erfahrung bringt mich ein Stück weiter, auch wenn nicht jede durchweg positiv ist. Doch auch diese Momente gehören zum Leben mit dazu. So muss ich mich auch langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass das Kapitel 2018 geschlossen wird. An sich wird sich ja nicht viel ändern, aber trotzdem weiß ich schon ein wenig, was mich im kommenden Jahr erwarten wird. Auf der einen Seite kann ich mich freuen, da ich jetzt schon ein paar coole Ereignisse in meinem Terminplaner zu stehen habe. Von Konzerte über den ersten richtigen Urlaub ist alles mit dabei. Andererseits wird mir von Tag zu Tag vor Augen geführt, dass mich im Sommer einer der emotionalsten Abschiede meines bisherigen Daseins einholen wird. Mit dieser Information muss ich mich schon seit diesem Sommer anfreunden und je näher der Zeitpunkt rückt, umso intensiver fühlt sich der Schmerz an. Es wird sich zwar nicht in jedem Fall um einen ewigen Abschied handeln, aber dennoch wird dieses Ereignis ein großes Loch in meiner Brust hinterlassen. Ich weiß auch, dass nach dem Regen auch wieder die Sonne scheinen wird, trotzdem wird etwas in meinem Leben fehlen.

Solche tiefsinnigen Worte kennst du sonst nicht von mir, richtig? Du weißt doch eigentlich auch selber, wie es ist. In den sozialen Netzwerken möchte man überwiegend nur schöne Momente mit seinen Followern teilen. Dabei wissen du und ich, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat und nicht immer alles Gold ist, was glänzt. Solange aber die guten Augenblicke überwiegen, sollte alles im grünen Bereich sein. Und so ist es auch bei mir. Kein Tiefschlag hält mich davon ab, dass Beste aus meinem Leben zu machen. Ich zähle noch immer mehr Sonnen- als Regentage in diesem Jahr, also rein auf die Ereignisse bezogen. Diese geraten auch nicht bei mir in Vergessenheit. Und ich weiß, dass es 2019 letztendlich nicht anders sein wird.

Nun möchte ich mich bei dir bedanken, dass du mich 2018 auf dem ein oder anderen Weg begleitet hast. Dabei ist es egal, ob du diesen Blog oder mein Leben auf Instagram und Co. verfolgt hast. Vielen Dank für deine Treue und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn du auch 2019 wieder mit von der Partie würdest. 🙂 Bis dahin wünsche ich dir einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis bald.

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