Ein Jacques-Brel-Liederabend im Schauspielhaus Magdeburg

Im Schauspielhaus werden nicht nur Theaterstücke aufgeführt. Auch ein Liederabend steht des Öfteren seit der Spielzeit 2016/2017 im Programm. Die Rede ist von „Mein Lieb, mein Leid“. Dort werden Lieder von dem belgischen Schauspieler und Sänger Jacques Brel in deutscher Sprache gespielt. Brel gehört zu den wichtigsten Repräsentanten des französischen Chansons. Die Ensembleschauspieler Thomas Schneider und Ralph Opferkuch sind abseits des Theaters selbst Musiker. Neben dem Akkordeonisten Martin Müller und dem Schlagzeuger Max Dorst zeigen die beiden, dass sie nicht nur schauspielerisches Talent besitzen.

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Max Dorst, Thomas Schneider, Ralph Opferkuch und Martin Müller (v.l.n.r.); Foto: Nilz Böhme

Doch ein bisschen Schauspiel ist auch mit dabei. Ralph Opferkuch schlüpft in die Rolle des jungen Brel, Thomas Schneider in die des erfahrenen. Beide harmonieren perfekt zusammen, stimmlich sowie auch menschlich. Sie fechten keinen Kampf an, wer der bessere Chansonnier ist. Sie sind ein Team und binden auch die zwei Instrumentalisten immer wieder mit in die kurzen Gespräche ein. Das bisschen Theatralik wird nicht aufdringlich eingesetzt. Sie sind sehr sympathisch in allem, was sie tun. Auch spontane Kommentare lassen die Atmosphäre locker wirken. Alle haben sichtlich Spaß und Freude und sie reißen das Publikum mit. Für die Zuschauer ist es nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern pure Unterhaltung. Es ist schwierig, einfach nur ruhig auf seinem Stuhl sitzen zu bleiben. Am liebsten möchte man aufstehen und ein bisschen tanzen oder auch mal schunkeln. Die Lieder laden auf jeden Fall dazu ein.

Schneider und Opferkuch sind aber nicht nur als Sänger aktiv, sondern dürfen auch selbst Instrumente spielen. Sie sind einfach Allrounder und machen ein ganz besonderes Erlebnis aus diesem musikalischen Abend. Schön ist es zu sehen, wenn etwas ruhigere Lieder zum Einsatz kommen und der ein oder andere Musiker einfach die Augen schließt, um seinen Kollegen einfach mit einem Lächeln zu lauschen. Da merkt man, dass sie den Moment genießen und wirklich froh darüber sind, zu dieser Zeit am richtigen Ort mit einem sichtlich begeisterten Publikum zu sein.

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Max Dorst, Ralph Operkuch, Thomas Schneider, Martin Müller (v.l.n.r.); Foto: Nilz Böhme

Wer sich mehr für Musik als für ein Schauspiel begeistern kann, der ist bei „Mein Lieb, mein Leid“ total richtig. Aber auch diejenigen, die sowieso gerne ins Theater gehen, erleben hier einen wunderbaren Abend. Brel-Kennern sollte zugute kommen, dass Opferkuch und Schneider den Meister nicht kopieren, sondern ihre eigenen Ideen mit einbringen, ohne dabei alles zu verhunzen. Dieses Erlebnis sollte man sich nicht entgehen lassen.

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