Kultur ohne Geld?

Ein ereignisreicher Tag sollte der 11. März 2018 für die Landeshauptstadt werden. Während der SC Magdeburg den Rekordmeister THW Kiel 31:26 in der GETEC-Arena bezwang und der 1. FC Magdeburg auch noch VFR Aalen mit einem 6:1 Heimsieg bitterlich in die Schranken wies, versammelten sich auch noch knapp hundert Kulturinteressierte im Opernhaus. Zusammen mit dem europäischen Opern- und Ballettfördernetzwerk „FEDORA – The European Circle of Philanthropists of Opera and Ballet“ veranstaltete das Theater Magdeburg eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kultur ohne Geld?“. Wer sich zu dem Zeitpunkt doch bei einem der Top-Spiele befand, der erhält hier einen kleinen Überblick, was bei dieser Podiumsdiskussion zur Sprache kam. 

Die Leiterin des ZDF-Landesstudios Sachsen-Anhalt, Annegret Oster, eröffnete die Diskussionsrunde zum Verhältnis von Geld und Kultur. Anschließend erläuterte Dr. Christine Villinger, die Marketingleiterin des Theater Magdeburg, warum und vor allem wie die Veranstaltung von FEDORA und dem EU-Programm „Kreatives Europa“ gefördert wird. Ebenfalls kam zur Sprache, welche Ziele das Opern- und Ballettfördernetzwerk FEDORA verfolgt und an welchem Punkt sich das Theater Magdeburg in der Förderung gerade befindet.

Die Wirtschaft spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der finanziellen Förderung der Kultur. So sieht das auch Helmut Herdt, der Sprecher der Geschäftsführung der Städtischen Werke Magdeburg. Gerade in Magdeburg ist dieser Punkt sehr bedeutend, da die Stadt ihre Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 vorbereitet.

Ein weiterer Punkt, der bei der Podiumsdiskussion zustande kam, war die kreative Kommunikation der Kulturinstitutionen im digitalen Crowdfunding. Dieser wurde von Katja Mittag von betterplace.org und David Jackson von THE ART OF BUSINESS/artness.net thematisiert. Heutzutage müssen nämlich die Kulturinstitutionen auch hier erfinderisch sein, um sich von anderen abheben zu können. Technisch ist mittlerweile viel möglich. Beispielsweise machen animierte Bilder auch schon etwas her.

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Obwohl die Traditionsvereine der Landeshauptstadt wichtige Punktspiele zu bestreiten hatten, erschien auch zur Podiumsdiskussion im Opernhaus ein zahlreiches Publikum.; Foto: Stephan Knies

Fördervereine und Marketingabteilungen besitzen nicht genügend personelle Kapazitäten, um sich in den Dschungel der arbeitsintensiven Antragsformalitäten für größere Summen bei EU oder Stiftungen zu begeben. Darauf wies der Vorsitzende des Fördervereins Magdeburg e.V., Michel Redlich, achtsam hin. Er sieht es als effektiver an, wenn man vor Ort kleinere Summen beim Publikum sammeln würde. Kleinere Geldbeträge könnten den Spendern deutlich machen, wo ihr Geld hineinfließt. Außerdem könnten sie den Nutzen direkt sehen. Katja Mittag teilt diese Meinung mit Redlich.

Christine Villinger konnte abschließend noch das innovative Opernprojekt „The True Story of King Kong“ („Die wahre Geschichte von King Kong“), ein Auftragswerk des Theaters Magdeburg und des Puppentheaters Magdeburg für die Saison 2018/2019, vorstellen. Bei einer Online-Abstimmung der FEDORA-Plattform wurde dieses Konzept einem breiteren Publikum bekannt, da es seine anderen Mitstreiter deutlich hinter sich ließ.

Die zahlreichen Besucher dieser Veranstaltung zeigten sich sehr angetan und informiert über die „Kultur ohne Geld?“-Thematik. Sie hoffen ebenfalls auf weitere Unterstützung für die finanzielle und ideelle Förderung dieser Sparte. Denn das Musiktheater der Stadt ist sehr präsent und jedem Kulturliebhaber bekannt. Nach der Podiumsdiskussion ließen es sich einige Zuschauer nicht nehmen, die „Richard Löwenherz“-Oper von Telemann mit einer Riege internationaler junger Solisten im Rahmen der 24. Magdeburger Telemann-Festtage zu erleben.

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Hier entsteht der nächste Präsentationsfilm zu „The True Story of King Kong“.; Foto: Stephan Knies

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